Lebensversicherung widerrufen – was tun?

Wer unzufrieden mit seiner Lebensversicherung ist, kann unter Umständen seinen Vertrag widerrufen – doch das ist bisweilen kompliziert. Obschon Lebensversicherungen in Deutschland verbreitet sind (es gibt 84 Millionen Verträge), hat das Image dieser Form der Vorsorge in jüngerer Zeit gelitten. Schlechte Renditen und sinkende Überschüsse sind hierfür die Hauptursachen. Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller, Leiter der Wiesbadener Kanzlei Cäsar-Preller, sagt: „Für die Versicherer lohnt sich das Geschäft längst nicht mehr so sehr wie früher – das Neugeschäft mit kapitalbildenden Lebensversicherungen haben viele Anbieter bereits eingestellt, andere verkaufen Altpolicen an sogenannte Run-off-Firmen.“ Welche Möglichkeiten haben Verbraucher, auf die veränderte Lage zu reagieren? Sollten

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Grundsatzurteil des BGH zu Lebensversicherungen am 27. Juni

Lange zählte die Lebensversicherung hierzulande zu den beliebtesten Formen der Altersvorsorge. Die Zinsflaute sorgt in den letzten Jahren allerdings für massive Probleme. Denn oft ist der ausgezahlte Betrag deutlich geringer als erwartet. Der Bund der Versicherten (BdV) klagt nun vor dem Bundesgerichtshof (BGH) auf ein Grundsatzurteil, das Verbraucher schützen soll (Az.: IV ZR 201/17). Es wird für den 27. Juni erwartet. Worüber entscheidet der Bundesgerichtshof? Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller, Leiter der Wiesbadener Kanzlei Cäsar-Preller, führt aus: „Entschieden wird über die Frage, wie viel Geld Versicherten aus den Bewertungsreserven zusteht. Die Kundengelder werden von den Versicherern am Kapitalmarkt angelegt, zumeist in festverzinsliche

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Widerruf von per Fernabsatz geschlossenen Immobiliendarlehen mit der DSL Bank

Um ein Immobiliendarlehen abzuschließen, ist nicht zwingend der persönliche Kontakt mit einem Bankmitarbeiter nötig. Darlehensverträge können z.B. auch online abgeschlossen werden. Immobilienfinanzierungen, die im Wege des Fernabsatzes geschlossen wurden, wurden beispielsweise von der DSL Bank angeboten. Solche Immobiliendarlehen lassen sich auch heute noch widerrufen, wenn die Bank eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung verwendet hat. Das sog. „ewige Widerrufsrecht“ für Immobiliendarlehen, die zwischen November 2002 und dem 10. Juni 2010 geschlossen wurden, ist nach einer Gesetzesänderung inzwischen erloschen. Eine Ausnahme sind allerdings Darlehensverträge, die per Fernabsatz, z.B. mit der DSL Bank geschlossen wurden. Diese Darlehen sind von der Gesetzesänderung nicht erfasst und können

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Der Widerruf von Darlehensverträgen geht weiter

Der Bundesgerichtshof hat unter dem Aktenzeichen XI ZR 160/17 vor wenigen Tagen entschieden, dass der Widerruf von Darlehensverträgen immer noch möglich ist, wenn 1.       der Darlehensvertrag nicht in der Bank unterschrieben worden ist und 2.       die Widerrufsbelehrung fehlerhaft ist. Anders als bislang angenommen, gibt es keine Sperre für einen Widerruf in diesen Fällen. Auch nicht für Darlehensverträge die vor dem 11.06.2010 abgeschlossen worden sind. Dies ist neu. Ging man doch nach der bisherigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes davon aus, dass für Altverträge im Hinblick auf Immobilienfinanzierungen am 21.06.2016 endgültig Schluss gewesen ist. Nun haben alle Darlehensnehmer, die ihren Darlehensvertrag zum Beispiel zu Hause

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Immobiliendarlehen mit der ING-DiBa per Fernabsatz geschlossen – Widerruf prüfen

Das Thema Widerruf von Immobiliendarlehen lässt sich nicht zu den Akten legen. Auch wenn der Gesetzgeber das Ende des „ewigen Widerrufsrechts“ für Immobiliendarlehen, die zwischen November 2002 und dem 10. Juni 2010 geschlossen wurden, beschlossen hat, ließ er doch eine Hintertür offen. „Durch diese Hintertür können Verbraucher gehen und ihr Immobiliendarlehen immer noch widerrufen, wenn die Bank eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung oder fehlerhafte Verbraucherinformationen verwendet hat“, erklärt Rechtsanwältin Jessica Gaber von der Kanzlei Cäsar-Preller in Wiesbaden. Die Hintertür für den Widerrufsjoker öffnet sich, wenn das Darlehen per Fernabsatzvertrag geschlossen wurde oder die Bank gar nicht über das Widerrufsrecht informiert hat. Der

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Per Fernabsatz geschlossene Immobiliendarlehen lassen sich noch widerrufen

Der Widerrufsjoker sticht auch noch bei Immobiliendarlehen, die zwischen 2002 und 2010 abgeschlossen wurden. Und zwar dann, wenn der Darlehensvertrag in einem sog. Fernabsatzgeschäft geschlossen wurde und die Bank eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung verwendet hat. Das geht aus einem Urteil des BGH vom 27. Februar 2018 hervor (Az.: XI ZR 160/17). Viele Darlehensverträgen werden natürlich in den Räumen der Bank abgeschlossen. Zwingend notwendig ist das nicht. Ein Immobiliendarlehen kann auch im Wege des Fernabsatzes abgeschlossen werden. „Das ist der Fall, wenn der Darlehensvertrag weder in den Räumlichkeiten der Bank noch durch einen persönlichen Kontakt mit einem Außendienstmitarbeiter geschlossen wurde, sondern nur

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Widerspruch Lebensversicherung – Fadenscheinige Argumente der Versicherer

Lebensversicherungen und Rentenversicherungen, die zwischen 1994 und 2007 abgeschlossen wurden, können auch heute noch widerrufen werden, wenn der Versicherungsnehmer nicht ordnungsgemäß über sein Widerspruchsrecht informiert wurde. Dabei kann der Widerspruch auch noch rückwirkend nach der Kündigung der Police erfolgen. Das hat der BGH bereits 2014 entschieden. Der Widerspruch der Lebensversicherung weist für den Verbraucher deutliche Vorteile im Vergleich zur Kündigung auf. Denn nach einem erfolgreichen Widerspruch erhält er seine geleisteten Prämien fast vollständig zurück und nicht nur den meist enttäuschenden Rückkaufwert. „Obwohl die Rechtslage durch die Rechtsprechung des BGH eindeutig geklärt ist, weigern sich immer noch viele Versicherer, den Widerspruch

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LG Düsseldorf erkennt fehlerhafte Widerrufsbelehrung der Sparkassen

Viele Sparkassen haben bei Darlehensverträgen zwischen 2002 und 2010 eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung verwendet. Eine solche stellte auch das Landgericht Düsseldorf mit Urteil vom 17.03. 2015 fest (Az.: 10 O 131/14). In dem vorliegenden Fall hatte das LG Düsseldorf über die Klage eines Verbrauchers auf Widerruf eines im Juli 2007 geschlossenen Darlehensvertrags zu entscheiden. Der Verbraucher hatte mit dem Darlehensvertrag auch die Widerrufsbelehrung unterzeichnet. In dieser Widerrufsbelehrung hieß es, dass die Vertragserklärung innerhalb von zwei Wochen widerrufen werden könne. Diese Frist beginne „frühestens“ mit dem Erhalt der Belehrung. In einer Fußnote hieß es weiter, dass die Frist im Einzelfall geprüft werden

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